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21.6.2023

Buch "Circesque" - Interview mit Christian Tagliavini

Circesque

96 Seiten

25 x 32 cm | 9 5/6 x 12 3/5 in.

ca. 33 Fotografien

€ 50 | $ 65 | £ 45
zum Buch

"Circesque" ist eine einzigartige Einladung an den Leser, das unbekannte Leben der Zirkusleute kennenzulernen. Fotograf und Künstler Christian Tagliavini entwickelt einen einzigartigen Bildband, der die Welt des Zirkus erforscht und einen Blick hinter die aufregenden Kulissen wirft. "Circesque" enthüllt den eindringlichen Blick auf die Menschen hinter der Schminke, den aufwendigen Requisiten und exklusiven Kostümen

"Circesque" lädt das Publikum ein, die Geschichte selbst zu erzählen. Der Vorhang öffnet sich und die Show beginnt. Akrobaten, Trapezkünstler, Hochseilartisten, Entfesselungskünstler, Jongleure, Verrenkungskünstler: die ganze Manege ist anwesend und vertreten. Der genaue Blick offenbart jedoch einige ungewöhnliche Details: Unvorhergesehenes, unvermeidliche Stürze, Enttäuschungen. Menschen voller Emotionen, die sich würdevoll wieder aufrappeln, abstauben und von vorne anfangen. 

Die Porträts sind frei von den Klischees des Zirkuslebens und enthüllen den Menschen hinter dem Archetypus. Sie verraten die innersten Gefühle der Protagonisten, wenn sie die Plattform besteigen, sich selbst aufs Spiel setzen und das Risiko eingehen: alles unter den wachsamen Augen des Publikums. Kostüme und Requisiten vollenden die Rolle des makellosen Zirkusartisten. Sie bilden eine Maske, die das wahre Ich verdeckt. Tagliavini hat alle Requisiten selbst entworfen und größtenteils auch angefertigt. Um die raffinierte Ästhetik der Serie zu erreichen, wurde das Kostüm jedes Modells bis zur Perfektion geschneidert und gefärbt.

Das Werk bildet einen Wendepunkt in Tagliavinis bisheriger Arbeit. Anders als frühere Serien lässt es sich auf keine bestimmte Zeit festlegen und kann keinem bestimmten Stil oder einer bestimmten Bewegung zugeordnet werden. Es ist das Ergebnis eines langsamen und instinktiven Schaffungprozesses: das geduldige Produkt einer langsamen Fotografie.

Im Gespräch mit Christian Tagliavini

teNeues hat mit dem Ausnahmekünstler gesprochen und ihn nach seinen Inspirationen, Herausforderungen und seinem individuellen Schaffensprozess gefragt. Erfahren Sie spannende Hintergrundinformationen zum Bildband "Circesque", der am 28. Juni im teNeues Verlag erscheint. Werfen Sie außerdem einen Blick hinter die Kulissen und schauen Sie sich spannende Videos von Tagliavinis Set und seinen Modellen an.   

In Ihrer Arbeit steckt viel Liebe zum Detail und handwerkliches Können. Wie gehen Sie bei der Planung und Umsetzung Ihrer Fotografien vor? Welche Herausforderungen erleben Sie während des künstlerischen Prozesses?

Meine Serien beschäftigen mich ein oder zwei Jahre lang, eine lange Zeit. Ich muss über einen langen Zeitraum motiviert bleiben. Sich für eine Arbeit zu entscheiden, die dann zwei Jahre dauert, kann problematisch sein. Letztendlich entscheide ich nach meinem persönlichen Geschmack. Ich arbeite an dem Job, der mich am meisten anregt und mir die größten Herausforderungen und Lernmöglichkeiten bietet.

Für den rein kreativen Teil ist Druck manchmal ein guter Begleiter, weil er mich anspornt. Es gibt keine Zeit für Zweifel und mein Handeln ist viel instinktiver. Wenn ich zu viel Zeit habe, schleichen sich Zweifel ein, und ich riskiere es, mich von Ihnen anstecken zu lassen. Bei meinen ausführenden und technischen Arbeiten, brauche ich stattdessen Ruhe und Zeit.

Die intuitive Arbeitsphase ist ein schnell und stürmisch ablaufender Prozess, die letztendliche Ausführung dagegen langsamer - von der Idee über die ersten Skizzen bis hin zu den finalen Zeichnungen. Ich arbeite viel im Voraus, um die Aufnahmen vorzubereiten. Am Tag des Shootings ist fast alles fertig. Das einzig Unerwartete kommt von den Modellen und ihrer Ausdruckskraft. Ich habe nicht die Fähigkeit zu improvisieren, ich bin kein Jazz Musiker, ich bereite mich vor und trainiere und lasse den Modellen eine kleine Variable der Überraschung.

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Wie wählen Sie die Szenen, Kostüme und Kulissen für Ihre Bilder aus?

Ich nutze Fotografie, um die Geschichten, die ich mir vorstelle, einzufrieren. Manchmal baut sich eine Intuition oder Idee langsam auf und manchmal ist sie wie ein Blitz. Mal entsteht sie erst während der Arbeit oder ich suche bewusst, indem ich die Formen studiere und einen Gedankenfluss erzeuge, der mich auf den Weg der Intuition führt. Normalerweise skizziere ich oder mache mir Notizen, um das was ich "gesehen" habe, so gut wie möglich in meinem Kopf zu fixieren, ansonsten habe ich Angst es zu vergessen. Ich bin ein vorwiegend visueller Mensch und mache mir deshalb Skizzen.

Die Art der Fotografie, die ich mache, nennt man "one shoot movie" oder "mise en scene". Ich studiere das Bild vor der Aufnahme und lege den Großteil der Komposition vorab fest. Die einzige Improvisation bildet das Modell und das individuelle Gefühl, das es in die Geschichte einbringt. Zuerst konzentriere ich mich auf die Hauptidee und beginne mit der Umsetzung der Skizzen, dann definiere ich die allgemeinen Regeln des Projekts. Anschließend beginne ich mit dem Zeichnen der einzelnen Bilder, einschließlich Pose, Bühnenaufbau, Details und Farben. Während ich an der Konstruktion des Bühnenbilds arbeite, suche ich nach den Personen, die die Hauptrolle im Bild spielen sollen. Früher habe ich Menschen auf der Straße, in einem Museum, am Flughafen oder im Lebensmittelgeschäft angesprochen. Heute nutze ich auch die sozialen Medien. Das ist der schwierigste und erstaunlichste Teil meiner Arbeit, ich nenne es "People Watching".

Für die Szenen, die ich mir vorstelle, wird jeder einzelne Aspekt geplant. Jedes Detail wird intern erdacht, entworfen und erstellt - nichts wird dabei dem Zufall überlassen. Vom unscheinbaren Knopf bis zur komplexesten Requisite - alles hat seinen Platz. Alles wird speziell für das Modell und das Projekt angefertigt. Jede Requisite ist das Ergebnis einer sorgfältigen Recherche: ich entwerfe und kreiere sie, um meine Idee und alle Details greifbar zu machen. Die Kleider wurden nach den Maßen der jeweiligen Modelle entworfen, die Stoffe ausgewählt und gegebenenfalls gefärbt, die Knöpfe entworfen und nach Maß angefertigt.

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Welche Inspirationen beeinflussen Ihre inszenierten Fotografien, die oft auf historischen und kulturellen Themen basieren?

Bevor ich mich der Inszenierungsfotografie zuwandte, habe ich verschiedene Arten der Fotografie wie Landschafts-, Architektur-, Straßenfotografie "ausprobiert". Als ich die inszenierte Fotografie entdeckte, wurde mir klar, dass ich damit das ausdrücken konnte, was mir in der Realität fehlte: meine Kreativität und meine Arbeit. Ich arbeite gerne mit meinen Händen und fühle die Materialien: ihre Beschaffenheit, ihren Duft und ihre Geräusche. Das ist eine sensorische Erfahrung während meiner Arbeit, die ich sehr schätze. Außerdem nutze ich das Licht, um Geschichten zu schreiben, die ich im Kopf habe. Ich bediene mich dem Wissen früherer Serien und versuche, immer wieder etwas Neues hinzuzufügen, um mein Interesse und meine Neugierde zu erhalten.

 

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